Erziehung


Akita Welpenspielgruppe Erziehung
Welpenspielgruppe

Der erste Tag

Die Hundeerziehung beginnt behutsam, aber konsequent ab dem ersten Tag. Der Welpe wird in der neuen Umgebung alles mit seiner Neugierde erkunden, dabei wird auch z.B. die Zimmerpflanzenerde gefressen, den Teppich angenagt oder die Möbel als Spielplatz benutzt. Also sagen wir fast automatisch "Nein" oder "ää" und er wird unsere Stimme und Gestik schnell kapieren und hat schon das erste Kommando gelernt. Bei einem Welpen kann vieles süss sein, was später beim ausgewachsenen Hund, auf die Dauer nicht mehr so toll ist. Deshalb greifen wir sofort ein, wie sollte sonst der arme Hund die Welt noch verstehen, wenn er plötzlich für Dinge gerügt wird, bei denen früher alle lachten. Das Schlimmste ist aber, wenn er einmal darf, dann wieder nicht, dafür aber das nächste mal wieder. Das nennt man inkonsequent und wir wirken für den Hund nicht glaubwürdig als Rudelführer. Dies kann zu vielen Problemen führen, wenn der Hund unsere Rolle übernehmen muss, weil wir aus seiner Sicht, nicht fähig sind ihn zu führen.

 

Die erste Nacht

Für den Welpen muss es ganz schön schlimm sein, von seiner Mutter und Geschwister getrennt zu werden, dazu noch in einer fremden Umgebung. Am besten platziert man den Liegeplatz für den Kleinen neben dem Bett, mit einem Laken versehen, der nach seiner Mutter riecht. Wenn er sich verlassen vorkommt, kann man ihm die Hand hinunter strecken. Bei dieser Nähe wird man auch wach, wenn er unruhig wird und eventuell raus muss. Später kann man immer noch die Entfernung zwischen Liegeplatz und Bett nach und nach erweitern.

 

Stubenrein

Am Anfang muss der Welpe tagsüber ca. alle zwei Stunden raus, sicher nach jeder Fütterung und nach dem Aufwachen. Meistens merkt man es wenn der Kleine unruhig herumläuft oder sogar Kreise dreht. In der Nacht sperrt man ihn am besten in eine grosse Boxe (die er zuvor schon kennen gelernt und als Höhle akzeptiert hat), dann hört man sofort, wenn er unruhig ist. Von Welpen zu Welpen ist es unterschiedlich, wann er stubenrein ist, der eine schon mit sechs Wochen, der andere erst mit fünf Monaten. Von Natur aus wird er weiche Plätze bevorzugen und zur nächsten Wiese eilen oder eben auf den Teppich! Loben, wenn er es am gewünschten Ort erledigt hat. Auf gar keinen Fall die Schnauze in sein Pipi drücken, wie früher oft dummerweise als Strafe vollzogen wurde, es könnte dann zu einem gestörten Verhältnis „vom Geschäft erledigen“ kommen und das Gegenteil bewirken. Wenn man den Welpen auf frischer Tat ertappt, reicht es wenn man ihn hochhebt und ihn an das gewünschte Örtchen trägt.

 

Welpenspielgruppe

Auf den so genannten Welpenschutz kann man nicht zählen, der gilt eigentlich nur im eigenen Rudel, deshalb ist bei Begegnungen mit Hunden, doch gewisse Vorsicht geboten. Schlechte Erfahrungen können nur mühsam wieder geglättet werden. Es ist sehr wichtig, dass der Welpe kontrolliert viel Kontakt zu fremden Hunden anderen Rassen und jeden Alters hat. Vor allem aber zu Gleichaltrigen, damit die Sozialisierung weiter entwickelt werden kann. Wichtig ist es, dass man eine gute Schule findet, die wenn möglich mit der Rasse Akita vertraut ist. Es gibt einige Kursleiter, die nicht handeln, wenn die Schützlinge ständig mobben oder gemobbt werden. Ein dominanter Welpe, der andere immer unterdrückt und nicht zur Rechenschaft gezogen wird, wird immer noch stärker. Ein Ängstlicher der immer der Geplagte ist, wird dadurch gar nicht stärker. Bei einem zu intensiven und unangemessenen Verhalten muss unbedingt der Welpen vom Kursleiter oder besser noch vom Besitzer korrigiert werden. Aber bitte nicht mit Nackenschütteln (Todschütteln der Beute) oder auf den Rückendrehen (freiwillige Unterwerfung des Welpen), sondern entweder durch Hochheben des Welpen, dadurch wird der Situation ein Ende bereitet oder den Welpen sanft am Hals auf den Boden drücken und erst loslassen, wenn er ruhig ist. Die Akitas sind eher bei den Forschen, sie spielen viel gröber als andere Hunde, was für manche Leute auch falsch gedeutet werden kann.

Es ist also extrem Wichtig sich vorzeitig nach einer geeigneten Welpenspielgruppe zu erkunden, denn nicht alles was glänzt ist Gold!

 

Hundeschule

Lieber man hört mit der Welpenspielgruppe vorzeitig (ca. 14 Wo) auf, falls der Akitawelpen nicht mehr ausgeglichen spielt, sondern bei kleineren Machtkämpfen immer der stärker ist und somit in seiner Überlegenheit bestärkt wird. Bei der Suche nach einer geeigneten Schule, würde ich auf jeden Fall achten, dass die Kurse nach der Welpenspielgruppe fortlaufend weiter geführt werden (Jungunde-, Erziehungs- und Aufbaukurs…). Obwohl der Akita sich nur bedingt für den Hundesport eignet, tut es ihm sehr gut, wenn er wenigstens im ersten Lebensjahr die Hundeschule besuchen darf. Auch Hunde, die als Welpen gut sozialisiert werden, können Problemverhalten zeigen, wenn sie keine oder limitierte Möglichkeiten haben, diese Erfahrungen aufzufrischen.

Für die Schutzhundeausbildung ist der Akita nicht geeignet! Da sich jeder Hundetrainer nennen kann sollte man die Übungen auch hinterfragen und wenn man sie nicht gutheissen kann oder einem nicht wohl dabei ist, sie nicht blindlings durchführen. Viele Trainer haben Mühe mit einer Rasse, die sozusagen das Gegenteil einer Gebrauchshunderasse ist.

 

Prägung

Die Prägung ist ein besonderes Lernen, das innerhalb eines befristeten Zeitraums zu nahezu unauslöschlichen Lernergebnissen führt. Sie dauert von der dritten bis etwa zur sechzehnten Lebenswoche. In dieser Zeit sollte man mit dem Welpen alles Mögliche unternehmen, natürlich nicht alles am selben Tag. Auto-, Lift-, Sesselbahn-, Zugfahren, Einkaufszentrum und Altersheim besuchen, Stadtspaziergang, Schiessplatz, Leute besuchen... Auf jeden Fall Acht geben, dass es für den Welpen nicht zu einer Stresssituation kommt. Wenn ihm unwohl wird sofort mit Spiel ablenken und die Übung zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen. Ihn können leider auch schlechte Erfahrungen prägen.

 

Jagd

Die meisten Akitas neigen zum Jagen, es liegt ihnen schon im Blut! Dies wird man ihnen ohne brutale Mittel auch nicht austreiben können, aber man kann es in Grenzen halten, indem man jedes Jagen von Blättern, die im Winde flattern unterbindet und keine Jagdspiele inszeniert. Auch sogenannte "Antijagd-Traininge" können hilfreich sein.

 

Davonlaufen

Das Wichtigste ist, dass man niemals dem Welpen nachläuft. Im Gegenteil, wenn er sich zu weit entfernt, geht man in die entgegengesetzte Richtung. Man kann sich ruhig auch verstecken, damit er es ein Bisschen mit der Angst zu tun bekommt und weiss, dass er immer schauen muss wo der Führer ist, um ihn nicht zu verlieren.

 

Alleine bleiben

Ich würde dem Welpen zuerst Zeit geben eine Bindung zum Menschen aufzubauen und erst nach einer Zeit das Alleine bleiben üben. Am Besten übt man das Alleine bleiben, wenn der Welpe müde und satt ist. Man zieht Schuhe und Jacke an und schliesst die Türe, verlässt die Wohnung schweigend und schliesst die Türe, als würde man länger weg bleiben. Zuerst sind es nur 5 Minuten, vielleicht um den Briefkasten zu leeren und noch kurz mit der Nachbarin ein paar Worte zu wechseln. Das nächste Mal 15 Minuten, eventuell eine Zeitschrift anschauen. Bei 30 Minuten, habe ich ein Buch mit ins Auto genommen. Ab 45 Minuten lohnt es sich schon zum Einkaufen zu gehen. Beim Zurückkehren ist es wichtig, so normal wie möglich zu sein, auch wenn die Wiedersehensfreude uns fast umbringt. Damit der Welpe nicht bestätigt wird, wie arm er doch ganz alleine gewesen ist.